Im April Rhabarber
Anbau

Allgemeines:

Herzlich willkommen im April mit dem Rhabarber. Kurz entschlossen habe ich die Schlangenhaargurke auf den Juni verschoben, um einem ganz aktuellen Gemüse einen Platz einzuräumen. Jetzt ist nämlich die Saison des Rhabarbers und sie ist kurz, denn spätestens Ende Juni sollte man auf den Verzehr der Stängel verzichten. Um gleich die viel diskutierte Frage zu beantworten; Rhabarber ist ein Gemüse und kein Obst, und das obwohl es meistens als Nachtisch oder als Kuchenbelag auf den Tisch kommt.
Beim Rhabarber (gehört zur Gattung "Rheum", die c.a. 20 Arten umfasst.) der zur Familie der Knöterichgewächse (Polygonaceae) gehört, wie z.B. auch der Sauerampfer, handelt es sich um eine mehrjährige, winterharte Staude, die 8-10 Jahre auf einem sonnigen bis halbschattigen Platz stehen kann.
Unterscheiden muss man den Medizinalrhabarber von unserem heutigen Gartenrhabarber. Der Medizinalrhabarber gehört zu den ältesten beschriebenen Arzneipflanzen, bei dem allerdings nur die Wurzeln verwendet wurden. Mit einer höheren Dosierung wirkte es als sanftes Abführmittel, in niedriger Dosierung als Mittel gegen Durchfall.
Man unterscheidet 3 Sorten des Medizinalrhabarbers:
- Shansi
- Shanghai
- Kanton
Der Rhabarber stammt höchstwahrscheinlich aus Zentralasien, bereits c.a. 3000 v. Chr. wurde er erstmals als Heilpflanze erwähnt. Als Gemüse kennt man ihn erst seit dem 17. Jahrhundert. Von China aus gelangte der Rhabarber nach Russland. Hier liegt wohl auch der Ursprung des Wortes Rhabarber.
Es gibt 2 Deutungen, die eine besagt, dass das Wort von "Rheum barbarum" her stammt, was soviel wie "Pflanze von den Barbaren" (hier Russen) bedeutet. Die andere Deutung lautet "Barbar von Rha", welches soviel wie "Fremder von der Wolga" bedeutet. (Die Wolga hieß früher "Rha")
Gemüserhabarber wurde als erstes in England kommerziell angebaut und gezüchtet. Der Anbau in Deutschland begann erst c.a. 1840.
Wußten Sie eigentlich, dass man sich den Rhabarber für eine 2. Ernte im Dezember in vorhandene dunkle, warme Kellerräume holen kann. Dazu sollte der Rhabarber im Sommer nicht beerntet worden sein. Man gräbt ihn aus, und und bringt ihn mit genügend Erde in der Kellerraum. Die Treibtemperatur solle mindestens 17 betragen. Von guten Rhabarberballen kann so 8-10 Wochen geerntet werden. Danach kommt der Wurzelballen zurück in den Garten.
Die Gerbstoffe aus der Rhabarberwurzel werden neuerdings auch zum Gerben von Leder getestet.

Fertig fürs Beet

Anbau:

Am besten besorgt man sich ein c.a. 1 kg schweres Wurzelstück, welches im Herbst oder im zeitigen Frühhjahr in gut vorbereitete Erde gepflanzt wird. Der Boden sollte im Herbst mit Kompost oder Stallmist gedüngt worden sein. Rhabarber liebt es feucht, aber er verträgt keine Staunässe. Im ersten Jahr lässt man die Pflanze ganz in Ruhe wachsen, erst im darauffolgenden Jahr darf geernter werden.
Die Stängel werden herausgedreht, nicht abgeschnitten. Als Faustregel kann man sich merken, dass man nie mehr als ein Drittel der Stängel abernten sollte. Auch sollten nie die alten Stiele mit großen Blattflächen, noch ganz junge Stiele geerntet werden.
Wie bereits erwähnt ist spätestens Ende Juni Ernteschluss. Der Grund liegt im Ansteigen des Oxalsäurewertes in der Pflanze.
Die Oxal- oder auch Kleesäure befindet sich in der gesamten Pflanze, allerdings in unterschiedlichen Konzentrationen. Rhabarber enthält genau wie Mangold und Spinat Oxalsäure. Die Oxalsäure verbindet sich im Körper mit Calcium zu Calciumoxalat, das sich bei empfindlichen Menschen als Kristall in Harnkanälchen und Nieren ablagern kann. Da Oxalsäure die Aufnahme von Calzium im Körper behindert, sollte man den Rhabarber ruhig mit Milchprodukten zusammen verzehren.
In der Schale der Stängel ist z.B. der Gehalt höher, als im Stängel selber. Deshalb sollte man Rhabarber vor dem Kochen schälen. Die Blätter enthalten eine als Giftig zu bezeichnende Menge an Oxalsäure, und sollten immer gleich abgeschnitten werden. Sie dienen noch sehr gut als eine Art Schneckenfalle, weil sich die schleimigen Kriecher immer gerne unter etwas Kühlem verstecken wollen.
Zur Verrringerung der Oxalsäure kann auch das Kochwasser weggeschüttet werden, da Rhabarber nie ungekocht bzw. erhitzt verzehrt wird.
Übrigens soll Rhabarber die Nachbarschaft von Erbsen und Spinat sehr schätzen.

Anbau

Sorten:

Unterschieden wird der Rhabarber in drei unterschiedliche Färbungen:

- Rotstieliger/Rotfleischiger: mild und zart, seht säurearm.
- Rotstieliger/Grünfleischiger: herbe Säure
- Grünstieliger/Grünfleischiger: höchster Säuregehalt

Zu den attraktiven Rotstieligen und Rotfleischigen Sorten gehört "Holsteiner Blut", "Elmsjubiläum", "Rotstielige Viktoria" und "Vierländer".
Zu den Rotstieligen und grünfleischigen Sorten gehört z.B. "The Sutton"
Zu den traditionellen grünsstieligen Sorten gehört: "Esta"

Angeblich gab es Anfang des 20. Jahrhunderts noch 35 Rhabarbersorten, von denen heute nur noch wenige übrig sind.


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