Im September Knollensellerie
Anbau

Allgemeines:

Der Sellerie (Apium graveolens) gehört zur Familie der Doldengewächse (Umbelliferae), genau wie z.B. die Mohrrübe. Es handelt sich um eine zweijährige Pflanze, das heißt, dass im zweiten Jahr die Blüte und die Samenstände gebildet werden.
Beim Sellerie unterscheidet man 3 Formen:

1. den Knollensellerie (Apium graveolens rapaceum)
2. den Bleichsellerie (Apium g. var. dulce)
3. den Schnittsellerie (Apium g. var. secalinum)

Sellerie kam ursprünglich als wildwachsende, ungenießbar scharf schmeckende Sumpf-und Uferpflanze z.B. rund ums Mittelmeer vor, denn Sellerie liebt salzige Böden an Meeresstränden, Gräben, Bächen und Sümpfen. Erst durch die Kultivierung und Züchtung wurde der Sellerie als Nahrungsmittel verwendbar. Bereits die alten Ägypter kannten diese Pflanze, sie wurde als heiliges Kraut mit dem Tod in Verbindung gebracht. Bei den Römern gehörte Sellerie zu den beliebtesten Gewürzen.
Beim Knollensellerie wird die wurzelähnliche Verdickung gegessen, die Blätter zum Würzen her genommen, beim Bleichsellerie sind es die Stängel, die gegessen werden. Und beim Schnittsellerie die Blätter. Er hat in unseren Hausgärten an Bedeutung verloren, da ich die Blätter des Knollenselleries zum Würzen nehmen kann. Als Würzpflanze für den Balkon im Kasten gewinnt er wieder an Bedeutung.

Sellerie besitzt wertvolle Inhaltsstoffe, wie z.B. viele B-Vitamine und wichtige Mineralstoffe, es wirkt auf den Körper blutreinigend und entwässernd und ihm wird auch eine Wirkung bei psychischen Störungen zugeschrieben. Sellerie gilt übrigens seit Alters her zu den Aphrodisiaka.

Fertig fürs Beet

Anbau:

Knollensellerie ist eine kälteempfindliche, feuchtigkeitsliebende Pflanze. Die lange Anzuchtperiode geht von Februar/März bis Oktober/November. Im Februar werden die Pflänzchen am besten im Haus vorgezogen. Erst nach den Eisheiligen darf ausgepflanzt werden. Die Setzlinge werden möglichst hoch gesetzt, damit die Pflanze die Knollen bilden kann. Knollensellerie verlangt viel Stickstoff und Kali. Allen drei Sellerieformen bekommt die Mischkultur mit Buschbohnen, Lauch, Tomaten und Kohl. Knollensellerie wird roh oder gekocht verwendet. Seine klassische Verwendung findet Sellerie im Waldorfsalat. Als Hauptgemüse findet man ihn selten in den Rezepten, eher bekannt ist seine Rolle als Suppengemüse.
Stangen-oder Bleichsellerie kann vorgezogen, oder ab Ende April in 2 cm tiefe Furchen gesät werden. Die Pflanzen werden später mit Erde angehäufelt, um den Bleicheffekt zu erzielen. Die Pflege gleicht dem des Knollenselleries. Stangensellerie ist noch relativ neu als Gemüse, man kann es kochen, aber sehr lecker schmeckt es auch mit einem Dip.
Beim Schnittsellerie ist eine Aussaat im April und im Juni möglich. Schnittsellerie kann unter Glas im Winter geerntet werden. Die Samen keimen sehr langsam. Beim Schneiden immer ein paar Stiele stehenlassen, so ist eine Ernte im 3-wöchigen Abstand möglich. Auch den Schnittsellerie benötigt feuchtigkeitshaltenden, humösen Boden. Ähnlich wie bei der Petersilie gibt es eine glattblättrige und eine krause Sorte.
Anbau

Sorten:

Übliche Handelssorten sind z.B. Magdeburger Markt, Sperlings Dolvi, Monarch, Apia, Hild´s Neckarland, Bergers weiße Kugel, Volltreffer, Alba. Alte Lokalsorten sind z.B. Wiener Riesen, Dresdner Markt und Grazer Markt.
Bei den Handelssorten ist wie so oft die glattrunde Form und die rein-weiße Farbe Ziel der Züchtungen. Deshalb ist es so wichtig auch wieder alte Sorten im Garten anzubauen. Gerade die braunen Stellen in den Sellerieknollen enthalten die Stoffe, die den typischen Geschmack ausmachen. Und nicht jede Selleriesorte ist kugelrund! Leider sind in unseren Köpfen immer noch die typischen Vorstellungen von einem Gemüse," Tomaten sind rot und rund, Kartoffeln gelb/braun und Bohnen grün". Der Preis für dieses Einheitsgemüse ist ein Mangel an Geschmack. Es lohnt auch hier ein Blick in alternative Samenkataloge.


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