Im Juni Teltower Rübchen
Geschichte

Allgemeines:

Diesen Monat möchte ich mich einem Gemüse widmen, welches langsam wieder aus seinem Nischendasein heraus kommt. Rüben sind ein uraltes und für die damalige Ernährung wichtiges Gemüse. Die kurze Kulturdauer und der Stärkegehalt machten es so attraktiv. Aber wie so manches andere Gemüse auch, wurden die Rüben von der Kartoffel verdrängt. Rüben galten ab da mehr als Viehfutter oder Arme-Leute Essen. Rüben gehören übrigens zur Familie der Kreuzblütler (Cruciferae), die Pflanzen sind zweijährig, Blüte und Samenbildung erfolgen erst im 2. Jahr.
Vorstellen möchte ich hier zwei verschiedene, recht unbekannte, Rüben.
Es handelt sich einmal um das "Teltower Rübchen" und um die "Mairübe".

Teltower Rübchen:

Das "Teltower Rübchen" (Brassica rapa subvar. pigmaea) ist eine speziell auf sandigen Böden angebaute, kleine, kegelförmige Rübe. Wegen ihres würzig-süßen Geschmackes wurde sie schon in der damaligen Zeit für die Feinschmeckerküche entdeckt und bereits exportiert. In der Mark Brandenburg und speziell um die Region Teltow, wo die Teltower Rübchen angebaut werden, wurden bereits im 13. Jahrhundert Rüben kultiviert. Da diese Spezialität vom Aussterben bedroht war, kümmerte sich u.a. der Teltower Heimatverein seit 1999 um Betriebe, die diese Rübensorte wieder anbauen.

Die Mairübe:

Die Mairübe, oder auch Speiserübe (Brassica rapa subvar.majalis) hat ihren Ursprung höchstwahrscheinlich im Kaukasus oder im afrikanischen Hochland. Der Geschmack ist mehr kohlrabi-rettichähnlich, wobei die gelben Sorten aromatischer sein sollen als die Weißen. Ziel vieler Züchtungsversuche war eine Mairübe mit einem süßeren Geschmack und zartem, weißen Fleisch. Das Laub der Mairübe gilt als Rheinische Spezialität. Von der Mairübe gibt es verschiedene Sorten: Goldball, Tokyo Cross, White Ball, Petrowski, Royal Crown, Holländische Weiße, Weiße Rotköpfige
Aus Rüben lassen sich viele schmackhafte Gerichte herstellen, attraktiv ist das Gemüse durch die kurze Anbauphase und seinen geringen Platzbedarf. Besonders gut passen gedünstete oder glacierte Rüben zu Fleisch.

Anbau

Anbau: Teltower Rübchen:

Der Anbau kann das ganze Jahr über erfolgen, weil wie gesagt, die Kulturdauer recht kurz ist. Bevorzugt wird die Herbstkultur Anfang bis Mitte August. Der Abstand in der Reihe beträgt 20cm, von Pflanze zu Pflanze 10 cm. Wichtig für den Anbau ist ein gut gedüngter Sandboden. Geerntet wird nach 6 - 8 Wochen, wenn die Blätter anfangen gelber zu werden. Aufbewahrt im kühlen Keller in feuchtem Sand, halten die Rüben einige Wochen lang.

Mairübe:

Gesät wird entweder im Frühjahr oder für die Herbsternte im Juli bis August. Der Reihenabstand beträgt 20 - 25, vereinzelt wird auf 10 - 15 cm. Geerntet wird nach ca. 6-8 Wochen, wenn die Rübe Kinderfaustgroß oder 5-6cm Durchmesser hat. Benötigt wird ein humöser, lehmiger und sandiger Boden.

Adresse

Wo bekomme ich Samen her?

Wer mehr über das Teltower Rübchen wissen möchte, kann sich an den

"Förderverein Teltower Rübchen"
Genshagener Strasse 1
in 14513 Teltow
wenden.

...wenn Sie noch Fragen haben: [email protected]