Im November Minze
Allgemeines

Allgemeines:

in diesem Monat geht es um die Minzen, ihre Geschichte und ihre verschiedenen Sorten. Die Geschichte der Heilkräuter und auch der Minzen begann bereits im antiken Griechenland. In einer griechischen Legende gab es eine Nymphe genannt "Mentha", die aufgrund von Eifersucht in eine Pflanze verwandelt wurde. (Mentha = Minze) Das reichhaltige Wissen um die Heilpflanzen wurde durch die Griechen und auch die Römer weitervermittelt.
Kaiser Karl der Große erließ 812 n. Chr. eine Verordnung, in der er den reichhaltigen Anbau von Gewürz- und Arzneimittelpflanzen (u.a. auch den Anbau der Bachminze) empfahl. Das Kräuterwissen wurde erst durch die Buchdruckkunst weiter verbreitet. Bald wurden die heilsamen Pflanzen in jedem Bauern-und Bürgergarten angebaut.
Im 20. Jahrhundert musste das Wissen um die Kräuter dem technischen und besonders dem medizinischen Fortschritt weichen. Naturmedizin aus Kräutern war unmodern geworden. Dieser Wandel wirkte sich auch auf die Bepflanzung der Gärten aus. Blumen und Ziergehölze verdrängten die Nutzpflanzen.
Erst in letzter Zeit hat man die vielfältigen Wirkungen der natürlichen Medizin aus Pflanzen wieder entdeckt. Kräuter sind wieder modern als Gartenbepflanzung, auch wenn sie für manchen nur reinen Zierwert haben.
Die Minzen besitzen diesen Zierwert alleine schon wegen ihres verschiedenartigen Aussehens und ihres Duftes. Die Minze gehört zur Gattung "Mentha", alle gehören der Familie der Lippenblütler oder Taub- nesselgewächse an. Verbreitet sind sie in ganz Europa, Asien und Afrika. Die Engländer kultivierten die Minzen bereits um 1700. Von dort gelangte die Minze über Holland nach Deutschland.
Weltweit gibt es über 2000 Minzsorten, viele davon wachsen wild. Minzen werden zwischen 30 - 70 cm groß. Es gibt Sorten mit viel und Sorten mit wenig bis gar keinem Menthol. Allen Minzen gemein ist, dass sie sehr stark wuchern, deshalb ist eine Begrenzung um die Minze herum sinnvoll.

Sorten

Minzarten/sorten: Bei den Minzen sind die Sorten sehr schwer auseinanderzuhalten, da es sehr viele wilde Kreuzungen gibt. Grob kann man sie in folgende Arten und Sorten einteilen:

1. Grüne Minze (Mentha spicata):
eine der ältesten in Kultur befindlichen Sorten. Schmale, spitze Blätter, die ihr den Namen "Speerminze" einbrachten (engl. Spearmint). Zum Würzen, für Fleischgerichte, als Tee

- Marokkanische Minze
- Türkische Minze

2. Pfefferminze (Mentha X Piperita):
ein Abkömmling der Grünen Minze (wahrscheinlich aus einer Kreuzung mit der Wasserminze entstanden). Für Zahnpasta, Liköre, Mundwasser.

- Rote Minze
- Russische Minze
- Mitcham Minze
- Orangenminze
- Limonenminze

3.Krause Minze (Mentha longifolia var. crispa):
alte Kulturpflanze, stark runzelige und wellige Blätter, enthält wenig bis kein Menthol. Eignet sich für Fleisch- und Eiergerichte.

- Silberminze

4.Japanische Minze (Mentha arvensis var. haplocalyx):
wird zur Gewinnung von Menthol angebaut. Das japanische Heilöl besitzt keimtötende Wirkung und soll Erkältungen vorbeugen.

5.Apfelminze (Mentha suaveolens):
Duft-Tee- und Bienenpflanze, der Name stammt von der Form der Blätter, die an Apfelblätter erinnern.

6.Poleiminze (Mentha pulegium):
die einzige Minze-Art, die am Boden kriecht, bildet dichte, betretbare (mit Vorsicht) Polster. Starkes Minzaroma. gegen Ungeziefer.

7.Rundblättrige oder falsche Apfelminze (Mentha X rotundifolia):
Kreuzung aus Ross- und Apfelminze.

8.Asiatische- oder Rossminze (Mentha longifolia):
Verbreitet in vielen Ländern zum Teil auch wildwachsend.

9.Wasser-Bach- oder Fischminze (Mentha aquatica):
an Bächen, hält durch die Ausläufer rutschige Teichufer fest. Sie riecht auffallend aromatisch und blüht von Juli bis Oktober.

Verwendung

Verwendung:

Als Arznei wirkt Minze krampflösend, schmerzstillend, keimtötend, gegen Kopfschmerzen und bei Erkältungskrankheiten.

Äußerlich als Kompresse

in Bonbons oder Kaugummi

in Süßigkeiten

in verschiedenen Speisezubereitungen (z.B. Saucen)

als Kranz gebunden für Brautleute

Hildegard von Bingen empfahl Minze bei zu üppigem Essen und auch gegen die Gicht sollte der Saft der krausen Minze mit Wein gemischt wirken.

Als Tee mit aphrodisierender Wirkung

Anbau

Zum Anbau:

Minze wächst vollkommen unproblematisch. Sie braucht einen halbschattigen, humosen Standort und immer etwas Feuchtigkeit. Der Platz darf ruhig etwas windig sein. Regelmäßige Düngegaben nicht vergessen. Alle 3 Jahre möchte die Minze den Standort wechseln.
Die Vermehrung erfolgt sortenrein und leicht durch Stecklinge. (Eine Triebspitze abknipsen, ins Wasserglas stellen, bis sich Wurzeln gebildet haben)

...wenn Sie noch Fragen haben: [email protected]