Viel Spaß im Mai

Im Mai möchte ich mit dem Thema Mulchen beginnen. Geht es Ihnen nicht auch so: Gerade haben Sie das Beet vom Unkraut befreit, die Erde krümmelig geharkt, und nun soll auf das prächtige Ergebnis eine Ladung Mulch drauf?
Es scheint sich zu widersprechen, gerade eroberte Erde wieder zuzudecken. Die Vorteile sind allerdings einen Versuch wert. Probieren Sie es vielleicht mal mit einem Eckchen in ihrem Garten aus.
Ich mußte mir eine arbeitssparende Methode ausdenken, um bei der Größe meines Gartens nicht alle Kraft ins Unkrautharken zu investieren. Schauen Sie auch mal in öffentliche Parks oder botanische Gärten, da wird bereits seit längerem gemulcht.
Nun aber zum Praktischen: Mulchen ist eine Methode der Bodenabdeckung, die der Natur abgeschaut ist, sie finden bei einem Waldspaziergang kaum eine natürliche, freie Fläche, und auch ein frisch aufgeschütteter Hügel ist binnem Kurzem zugewachsen.
Im Garten möchten wir allerdings nun eben nicht, dass unsere freien Flächen unkontrolliert zuwachsen, also müssen sie abgedeckt werden. Hierzu gibt es verschiedene Materialien: getrocknetes Gras, Stroh, Heu, Rindenmulch, Laub, gehäckselter Flachs (ein Abfallprodukt), Sägespäne, Papier, Pappe, schwarze Folie u.s.w. Beachten sollte man bei all diesen Möglichkeiten, dass man frische, noch feuchte Materialien dünn aufträgt, trockene wie z.B. Stroh kann man ruhig dicker ausbringen. Mulchen schützt den Boden vor Hitze, Kälte, Wind und Regen, die Bodenlebewesen werden aktiviert, der Boden bleibt locker und feucht. Leider bietet eine Mulchdecke auch Unterschlupf für Schnecken, einige der Mulchmaterialien können auch mal vom Wind davongetragen werden.

Material Eigenschaften
Grasschnitt Gras muß mindestens einen Tag antrocknen, ehe er dünn unter jede Gartenpflanze verteilt werden kann. Feuchtes Gras verklebt leicht und fault dann, an den Boden kommt keine Luft mehr.
Stroh Stroh eignet sich hervorragend für Erdbeeren, besonders gut ist es für die Früchte, die auf dem trockenen Stroh liegen und so nicht faulen können. Stroh kann man aber auch etwas kleingehäckselt und mit Erde gemischt unter andere Gartenpflanzen verteilen.
Heu Heu sieht sehr hübsch aus, leider enthält es vielerlei Samen, die dann im Boden keimen.
Rindenmulch Rindenmulch ist besonders geeignet unter Beeren- und Blütengehölzen. Gartenwege mit Rindenmulch ausgestreut sehen nicht nur sehr hübsch aus, man geht auf ihnen wie auf einem Waldweg.
Laub Lassen Sie das Laub von Ihren Büschen und Hecken als natürliche Bodendecke im Herbst liegen. Laub von Walnuß, Eiche Kastanie und Holunder sollte nicht verwendet werden, es enthält zuviel Gerbsäure.
gehäckselter Flachs Dieses Abfallprodukt aus der Flachsindustrie habe ich als Mulchmaterial in Österreich kennengelernt, es sieht nicht nur hübsch aus, es hat den großen Vorteil, dass es nicht so schnell verrottet. Ständiges Nachmulchen fällt also weg.
Sägespäne Sägespäne sind eine recht günstige Alternative. Damit sie nicht bei Wind im ganzen Garten herumfliegen, kann man sie mit der gleichen Menge Laub mischen und etwas verrotten lassen. Für Schnecken ist es sehr unangenehm über die spitzen Hobelstückchen kriechen zu müssen.
Papier/Pappe Will man, dass eine Fläche länger unkrautfrei bleibt, so kann man zusätzlich unter die Mulchschicht Papier oder Pappe legen. Beides sollte angefeuchtet werden.
schwarze Folie Schwarze Folie unterdrückt jedes Unkraut, leider aber auch die Luftzirkulation und somit die Tätigkeit der Bodenlebewesen. Die Folie darf man erst auf die Erde legen, wenn diese bereits erwärmt ist, sonst kann sie genau das Gegenteil bewirken, sie hält die Erde kalt.

Mulchen bedeutet außer den Boden mit abgestorbenem Pflanzenmaterial abzudecken auch, ihn mit einer bestimmten Gründüngungspflanze zuwachsen zu lassen. Das macht man um den Boden zu lockern,z.B. mit Lupinen, die mit ihren Wurzeln sehr tief ins Erdreich wachsen. Gründüngung kann auch den Boden mit Stickstoff versorgen, wie z.B. die Ackerbohne es tut, sie bindet wie alle Leguminosen mit Hilfe von Bakterien den in der Luft reichlich vorhandenen Stickstoff.
Vielleicht möchten Sie das Schöne mit dem Nützlichen verbinden, dann streuen Sie doch auf eine ungenutzte Fläche mal einfach eine Handvoll Leinsamen oder Phacelia (auch Bienenweide genannt).


EMAIL:[email protected]