Im Februar Zierkürbisse
Teufelskralle

Einleitung:

Der Kürbis hat zu meinen bisher umfangreichsten Nachforschungen geführt, seit ich diese Seiten mache. Eigentlich kein Wunder bei dieser großen Pflanzenfamilie der Kürbisgewächse »Cucurbitaceae« zu der auch die Gurken und Melonen zählen. Über die Gurken finden Sie Informationen auf meiner Januar-Seite.
Dem Kürbis, unserer größten »Beere« im Pflanzenreich, sollte ein extra Platz unter unseren Gemüsen eingeräumt werden, da er zu den ältesten und größten Kulturpflanzen zählt, die wir auf der Erde haben.
Die ältesten Samenfunde in Mexiko werden auf 9000 - 12000 Jahre v. Chr. datiert. Abgesehen von seinem Alter verblüfft der Kürbis durch seine Form- und Farbvielfalt. Und genauso steht es um die vielfältigen Verwendungsmöglichkeiten.
Keine Pflanze bzw. Frucht ist so vielseitig, ob als Gemüse, als lange haltbare Dekoration, als Gefäß, als Schwamm, als Lieferant für Kerne und dem daraus gewonnenen Öl, als Bodenabdeckung und als Schwergewicht in Kürbiswett- bewerben. Der Kürbis hat nach einer Phase des Vergessens wieder Einzug gehalten in unsere heimischen Gärten und Küchen. Kürbisse sind leider nie ganz das Klischee, ausschließlich zum süß-sauer einlegen gut zu sein, losgeworden. Dabei sind seine Zubereitungsmöglichkeiten vielfältig.
Der einzige Kürbis, der immer in allen Regalen zu bekommen war, heißt »Gelber Zentner« und ist nun wahrlich keine Gaumenfreude. Dafür gibt es jetzt gottseidank andere Vertreter, die nach Maronen, Avocado oder gar Honigmelonen duften und schmecken. Für jede Art von Zubereitung gibt es nun einen speziellen Kürbis.
Man kann wählen zwischem festen, weichem oder gar cremigem Fruchtfleisch.
Bei einem Kürbis (»Spaghettikürbis«) zerfällt beim Kochen das Fleisch in eine Portion Spaghettis, vom Äußeren her. Es gibt also fast nichts, was es nicht gibt.
Um aber nun den Überblick über die vielen verschiedenen Kürbissorten nicht zu verlieren, und um auch mal einen unbekannten Kürbis einordnen zu können, möchte ich an dieser Stelle kurz auf die botanische Aufteilung der Pflanzen eingehen. Wer es also ganz genau wissen will, der sollte vorerst hier weiterlesen.

Warzenzierkürbis

Kürbisarten: Hier möchte ich nun auf die 5 Kürbisarten genauer eingehen. Unterscheiden kann man die verschiedenen Kürbisarten auch durch die Form des Stiels, die Samengröße und -form und die Blattform und -beschaffenheit.

1. Der Winterkürbis (Cucurbita maxima)
2. Der Sommerkürbis (Cucurbita pepo)
3. Der Moschuskürbis (Cucurbita moschata)
4. Der Feigenblattkürbis (Cucurbita ficifolia)
5. Ayoten (Cucurbita argyrosperma o. mixta)

1. Zu den Winterkürbissen:

In dieser Gruppe der Kürbisse gibt es sehr viele Sorten von enormer Größe und Gewicht. Typisch ist eine lange Vegetationsdauer (Zeit vom Anbau bis zur 1. reifen Frucht) und die gute Lagerfähigkeit, daher auch die Bezeichnung »Winterkürbisse« = über den Winter haltbar. Die Kürbisse zeichnen sich durch eine harte Schale und eine runde Stielform aus, die Einrisse aufweisen kann, die später bastartig werden oder verholzen. Es gibt sie in flach, rund, zugespitzt, turbanartig, glatt, warzig, gerippt, von gelb über orange bis hellbraun und dunkelgrün. Will man wissen, ob der Kürbis reif ist, klopft man an die Frucht. Der Ton dabei sollte hohl klingen. Da nun auch unter den Winterkürbissen die Vielfalt so enorm ist, werden diese je nach ihren Merkmalen wiederum in Gruppen eingeteilt.

a: Die Hubbard-Typen: Diese Winterkürbisse zeichnen sich durch einen nussartigen Geschmack aus und einen hohen Carotingehalt , der 12 mal höher ist als der von der Möhre. Eine Sorte ist der »Golden Hubbard«, ein wie ein Rugby-Ball aussehender, orangeroter und warziger Kürbis. Sein Fleisch ist eher mehlig und nicht besonders süß. Sehr gute Bilder fand ich, u.a. auch von Hubbard-Kürbissen, auf folgender Seite http://www.kuerbis.ch/pages/sorten.html

b: Der Hokkaido: Eine Untergruppe der Hubbard-Kürbisse, erfreut sich bei uns bereits großer Beliebtheit. Das Fleisch eignet sich vorzüglich für Pürrees, Gratins und Eintöpfe. Die Sorte »Potimarron« zeichnet sich durch ihren Maronenähnlichen, aromatischen Geschmack aus. Weitere bekannte Sorten sind der »Uchi Kuri« und der »Grüne Hokkaido«. Interessante Bilder finden Sie auch hier http://www.sachskulthuer.de/kulinari/essen/kuerbis/sorten/sorten.htm

c: Die Turbankürbisse:Diese Gruppe von Kürbissen ist relativ klein mit 20-30 cm Ø ihr Fruchtfleisch ist dunkelgelborange, fest und süß. Sie eignen sich für Suppen. Allein die Form und Farbvielfalt ist ein Grund, diesen Kürbis im Garten anzubauen.

d: Die Riesenkürbisse: Die bekannteste Gruppe unter den Winterkürbissen. Gerade für Halloween geeignet zum Aushöhlen und Schnitzen. Will man ein Rekord-Gewicht erzielen, sollte man die Sorte »Show King« wählen, die es schon einmal auf bis zu 450 kg schaffte. Das Fruchtfleisch ist mehr etwas für die Tiere im Winter. Wer etwas Außergewöhnliches im Garten haben möchte, sollte es mal mit der Sorte »Blue Banana« probieren. Die Form erinnert an eine überdimensionale Banane, die Schale ist dünn (gehört trotzdem zu den Winter kürbissen) und das Fleisch ist dunkelgelb-orange, fest, süß und von einem ausgezeichneten Geschmack. Die Farbe des Kürbisses ist eher ein flaschengrün bis blau. Die Vegetationsdauer beträgt bis zu 120 Tagen. Ein Kürbis, der sich sehr gut lagern läßt.

Zierkürbis

Zu den Sommerkürbissen:

Der Sommerkürbis oder Speisekürbis wird im Gegensatz zum Winterkürbis unreif geerntet. Die Schale ist weich und kann meist mit verzehrt werden. Sommerkürbisse haben eine kurze Vegetationsdauer, manche können bereits nach 50 Tagen geerntet werden. Lange lagerfähig sind sie dagegen nicht, bei 7-10 etwa 3 Wochen. Sommerkürbisse erkennt man an ihrem scharfkantigen, harten Stiel. Die Ranken und Blätter sind rauhaarig bis stachelig. Die Samen mit 8-20 mm relativ groß und cremefarbig.
Der Sommerkürbis gliedert sich auch wieder in verschiedene Gruppen:

a: Die Zucchini: Es gibt sie in vielen verschiedenen Formen und Farben. Die Sorte »Black Forest« klettert an Schnüren im Gegensatz zu den ansonsten buschförmig wachsenden Zucchinis.

b: Rondini: runde Zucchinis, die bei uns noch ziemlich unbekannt sind. Haben allerdings die gleichen Eigenschaften wie ihre länglichen Verwandten. Eine Sorte ist »Ronde de Nice«

c: Patisson/Melonenkürbis: Diskusförmige bis zu 20cm großer Kürbis, am Rand gewellt oder gezackt. Ganz jung werden sie als Gemüse gegessen, ältere Exemplare verwendet man als Zierkürbisse. Das Fleisch soll zarter als das von Zucchinis sein. Sorten »Weißer Ufo«, »Patty Pan«, »Bunter Patisson«

d: Acorns/Eichelkürbisse: Die Früchte könne kräftig gerippt sein, dunkelgrün über gelb bis weiß. Sorte »Winterhorn«

e: Drehhalskürbis/Crookneck: oft als Zierkürbis verwendet, in südlichen Ländern auch als Gemüse.

f: Ölkürbis: markantestes Merkmal sind die schalenlosen Kerne, die sehr gut schmecken und äußerst gesund sein sollen. Aus dem Steirischen Ölkürbis wird das wertvolle Kürbiskernöl gepresst. Wichtige Sorte »Lady Godiva«

g: Spaghetti-Kürbis: ovalrunde, gelbliche Frucht, die als Ganzes gekocht wird. Das Fleisch zerfällt beim Herauslöffeln in »Spaghettis«. Sehr dekorativ.

Zierkürbis

Zu den Moschuskürbissen:

Die Moschuskürbisse stammen aus Peru und Neu-Mexiko, vertragen also sehr viel Wärme. Den Namen haben sie aufgrund ihres fruchtig, süß und lieblichen Fruchtfleisches. Der Geschmack geht in die nussige Richtung. Das Fleisch ist dunkelgelb bis orange gefärbt. Der Stängel ist wie bei den Sommerkürbissen scharfkantig, sitzt allerdings nicht gerade, sondern eher wie ein Stempel auf der Frucht, wo er zur Frucht hin immer breiter wird. Viele dieser Kürbisse sind deutlich gerippt. Bei den Moschuskürbissen ist noch interessant zu wissen, dass sie gelagert noch nachreifen, da Carotine und Zucker aufgebaut werden. Dies intenhat den Duft von Honigmelonen. Sehr lange haltbar.

c: Moschuskürbisse: Sie zeichnen sich ebenfalls durch zart schmelzendes Fleisch aus. Sorten »Muskatkürbis«, »Musquee de Provence«, »Sweet Dumbling«.

Zierkürbis

Zu den Feigenblattkürbissen:

Der Name dieses Kürbisses,der auch Siamesische Kugel genannt wird, stammt von der Form seiner Blätter her, die dem Feigenblatt ähneln. Er stammt aus Zentralamerika, wo er u.a. in den Hochtälern der Anden angebaut wurde, da er mit als einziger Kürbis niedrige Temperaturen verträgt und auch im gemäßigten Klima wächst. Junge Früchte können als Gemüse gegessen werden, bei uns ist er fast ausschließlich als Unterlage für Salatgurken bekannt. Die Wurzeln dieses Kürbisses sind resistent gegen bestimmte Bodenpilze, für die die Gurke wiederum sehr anfällig ist. Samen und Fruchtstände die gefunden wurden, ließen sich auf eine Zeit von 3000-4000 v.Chr. zurückverfolgen. Sorten gibt es keine.
Zierkürbis

Zu den Ayoten:

Diesen aus einer Kreuzung hervorgegangenen Kürbis (manchmal auch als Silbersamenkürbis bezeichnet) gibt es als botanisch eigenständige Art erst seit 1930. Das Fruchtfleisch ist geschmacklich nicht so interessant, dafür aber die sehr großen Samen, die bereits von den Indianern geröstet gegessen wurden. Der Kürbis alleine ist allerdings auch schon eine Augenweide. Die Sorte »Cushaws« ist eine längliche, birnenförmige Frucht mit einer interessanten Farbgebung und einem Streifenmuster. Der Stiel ist kantig und hart, die Blätter leicht gelappt und weich behaart, die Samen sind wie bereits gesagt groß, weiß, kräftig und event. silbrig gerandet. Die Vegetationsdauer beträgt bis zu 140 Tagen, man muss also etwas Geduld haben. Außerdem ist der Kürbis sehr wärmeliebend. Weitere Sorten sind »Squash Pepita«, »Hopi Black Green« und »Zapotec« Unter der folgenden Adresse finden Sie eine sehr schöne Aufnahme von einem Cushaw: http://www.museum.kuerbis-company.de/Speisekuerbisse/Cushaw.html

Von allen 5 Kürbisarten, die es bei uns gibt, ist die Ayote wohl der am wenigsten bekannte, was sich auch über die allgemein spärlichen Informationen über diesen Kürbis bemerkbar macht.

Zierkürbis

Zu den Zierkürbissen:

Vielleicht haben sich einige von Ihnen auch schon mal gefragt, zu welcher Gruppe nun eigentlich die Zierkürbisse gehören? U.a. wegen der Frage, ob man Zierkürbisse eigentlich essen könne, und wenn ja welche? Zierkürbis ist eine Bezeichnung für alle Kürbisse, die sich als Dekorationsmaterial eignen. Dabei ist es klar, dass damit mehr die kleinen Exemplare gemeint sein können, alleine aus Platzgründen. Daher kommen die meisten Zierkürbisse auch aus den Gruppen der Sommer- und der Flaschenkürbisse.Hier mehr zum Flaschenkürbis.
Nun zur Genießbarkeit; Einige Kürbisse und Gurken können einen Bitterstoff (Cucurbitacin) enthalten. Am bitteren Geschmack alleine schon kann man also ablesen, ob der Kürbis essbar ist. Bei den meisten Sorten, genau wie bei der Gurke, hat man es bereits geschafft, den Bitterstoff herauszuzüchten. Der Bitterstoff nimmt mit der Fruchtreife zu. Bei einigen wilden Arten des Kürbisses sollen einige Formen stark toxisch sein, allerdings wird man die ganz kleinen Kürbisse wegen dem Mangel an Fleisch eh lieber in eine Schale legen.
Nicht nur eine Schönheit, sondern auch eine Delikatesse unter den Zierkürbissen ist die Sorte »Sweet Dumpling«, ein cremefarbiger,gerippter, runder Kürbis mit zarten grünen Streifen, 18-20 cm groß. Sein Fleisch soll den Geschmack von Esskastanien haben. Aber auch viele andere schöne Sorten können Sie auf den folgenden Seiten bewundern. "http://www.home.ch/~spaw5272/Zierkuerbis.htm"
Anbau

Anbau und sortenreine Vermehrung:

Da Kürbisse wärmeliebend sind, sollten sie nie vor den Eisheiligen nach draußen gepflanzt werden. Was sich lohnt ist eine Anzucht auf der Fensterbank. So erhält man robuste Jungpflanzen mit einem kräftigen Wurzelballen. Allerdings sollten Sie auch damit nicht zu früh beginnen, die Jungpflanzen wachsen sehr schnell und können in der Wohnung durch Licht und Wind-Mangel dünn und schlapp werden. Mitte April reicht also vollkommen aus. Kürbisse gehören zu den Starkzehrern.
Für solche, die gleich mehrere verschiedene Kürbissorten in ihrem Garten vermehren wollen, ist es wichtig zu wissen, dass sich die Kürbisse sehr leicht miteinander verkreuzen, da es keine Selbstbefruchter sind. Allerdings kann man z.B. je eine Kürbissorte von den Winterkürbissen, Sommerk.und Moschusk. im Garten anbauen. Hier besteht keine Verkreuzungsgefahr, nur wenn man 2 Kürbisse aus der gleichen Art nimmt z.B. 2 Sommerkürbisse, ist die Gefahr sehr hoch. Eine andere Methode ist noch die Handbestäubung. Sie verlangt aber eine intensive »Betreuung« der Pflanzen und Zeit. Mit den männlichen Blüten werden die weiblichen Blüten, erkennbar an dem kleinen Fruchtstand unterhalb der Blüte, per Hand bestäubt. Die noch nicht geöffneten weiblichen Blüten müssen vorher und nachher zugebunden werden, man kann auch einfach eine Wäscheklammer nehmen. Auch die männlichen Blüten dürfen sich noch nicht geöffnet haben, denn Bienen und Hummeln werden von den sattgelben, großen Blüten rasch angelockt. Man nimmt etwa 3 männliche Blüten von derselben Pflanze zum Bestäuben einer weiblichen Blüte. Aber selbst wenn man nur eine Art im Garten hat und diese sortenrein vermehren will, sollte man mal in die Nachbarschaft gucken, ob da nicht auch Kürbisse oder Zucchinis angebaut werden, und um welche Arten es sich handelt.
Teufelskralle

Adressen:

Vielleicht haben Sie ja nun Lust auf einen ausgefallenen Kürbis , wissen aber nicht woher die Samen nehmen. Hier ein paar Adressen:

"Verein Arche Noah", Obere Straße 40, A-3553 Schiltern, Verein zur Erhaltung der Kulturpflanzenvielfalt
http://www.arche-noah.de
Das neue Sortenhandbuch erscheint Anfang Februar.

"Ferme de Sainte Marthe", Archiv für alte Sorten und Raritäten, über Ulla Grall, Eulengasse, 55288 Armsheim,
Sehr große Auswahl an Kürbis- und Tomatensorten.
http://www.netzdepot.de/bio-saatgut/Ulla.htm

"Küchengarten", Reinhold Krämer, Postfach 1511, 73505 Schwäbisch Gmünd,
Viele Gemüseraritäten

Eine Riesenauswahl an Kürbissamen:
http://www.kuerbis.net/jansen/shop/kuerbis-shop.html

Treffpunkt für Kürbisinteressierte ist der "Kürbis-Club Basel", c/o Naturhistorisches Museum, Augustinergasse 2, CH 4001 Basel
"http://www.kuerbis-club.bs.ch/html/samen.html#spezials"

...wenn Sie noch Fragen haben: [email protected]