Im Oktober Rosenkohl

Blumenmädchen

Allgemeines:

Den Kohl in seinen vielen Formen und Farben (c.a. allein 30 Arten) kann man ruhig zu den etwas altmodischen Gemüsearten zählen. Aber gerade seine Variationsbreite macht ihn so interessant. Kohl gehört zu den Kreuzblütengewächsen (Brassicaceae). Unsere jetzigen Kopfkohlsorten (Weiß-,Rot-,Rosenkohl und Brokkoli) stammen alle vom Wildkohl ab, der an den Küsten Südenglands, Westfrankreichs und Nord-West-Spaniens zu finden ist.
Die Wildformen des Kohls stammen aus Ost- und Mittelasien. Bereits die Kelten, aber auch die Griechen und Römer bauten Kohl an. Blumenkohl und Rosenkohl kamen erst etwas später dazu. Der Blumenkohl kam von Italien im 16. Jahrhundert nach Frankreich und von dort nach ganz Europa. Brokkoli, ebenfalls aus Italien stammend, kennt man bei uns erst seit den 50iger Jahren.
Roher Weißkohl hat einen hohen Gehalt an Vitaminen und Mineralstoffen. Wer sich vor dem Geruch gekochten Kohles graust, sollte einfach mal einen Schuss Obstessig ins Kochwasser geben, dies neutralisiert. Kohl sollte man nur kaufen, wenn er an der Schnittfläche nicht unangenehm riecht.

Meerkohl

Meerkohl und Spitzkohl:

An dieser Stelle möchte ich 2 nicht so bekannte Kohlarten vorstellen:

Meerkohl:
Der Meerkohl (Crambe maritima) wächst ursprünglich an den Meeresküsten des Atlantiks, der Nordsee und des Mittelmeeres. Er ist fast silbergrün, bildet keinen Kopf, sondern wächst in Form von Ausläufern und erreicht eine Höhe von 75 cm. Die Pflanze wird unter einen Bleichtopf gestellt oder mit Erde angehäufelt , und die gebleichten Sprossen werden bei einer Länge von 15-20 cm geerntet. Die Pflanze bevorzugt sandige Böden. Die Anzucht aus Samen ist sehr mühsam, da der Meerkohl langsam wächst. Es kann auch erst im 2. Jahr geerntet werden. Der Meerkohl wurde zu Römerzeiten in Fässern eingesäuert und auf die Schiffe mitgenommen. Ludwig XIV kultivierte ihn und auch in England gelangte er im 18. und 19. Jahrhundert zu großer Beliebtheit. Meerkohl kann leicht 8-10 Jahre an einem Platz stehen.

lockere Erde


Spitzkohl:
Der Spitzkohl, auch Filderkohl genannt, (Brassica oleracea) umfasst vor allem Frühsorten des Weißkohles. Er ist sehr wohlschmeckend und stellt keine allzu hohen Anforderungen an die Gärtner. Die Aussaat erfolgt von Januar bis April, (oder auch im Oktober, dann müssen die Pflanzen über den Winter gebrachet werden). Ein leichter Boden, der sich schnell erwärmt wäre von Vorteil. Die Pflanzen werden 40 auf 40 cm gesetzt. Die Ernte erfolgt ab Juni.
Der Spitzkohl zeichnet sich besonders durch seinen zarten Kohlgeschmack aus, er bedarf keiner langen Kochzeiten und kann sogar roh gegessen werden. Der Filderkohl wird üblicherweise zur Sauerkrautherstellung verwendet.
Sorten: Marschländer Frühspitz, Express, Prospera, Hornspi, Hispi, Großes und kleines Zuckerhutkraut, Filderkohl, Erstling, Cape Horn, Yorker Kraut, Spitzkapus.
Von all diesen Sorten fand ich eine einzige in einem ziemlich großen Gartenfachmarkt...

Anbau:


Kohl braucht viel Platz und Feuchtigkeit, er gehört außerdem zu den Starkzehrern. Mit seinem dichten und tiefen Wurzelnetz fördert er auch noch aus tieferen Schichten Nährstoffe und Wasser aus der Erde. Der Wärmebedarf von Kohl ist gering. Am genügsamsten ist der Grünkohl, er schmeckt erst nach dem ersten Frost. Alle Kohlsorten brauchen viel Licht! Kohlbeete kommen ohne eine zusätzliche Düngung nicht aus.(s. Brennesseljauche unter dem Thema "Dün gen")
Gute Nachbarn für die Mischkultur sind: Kartoffeln, Tomaten, Sellerie, Spinat, Salat, Lauch und Erbsen. Wenn sie eine Gründüngung vor dem Kohlanbau ausbringen wollen, verwenden Sie niemals Senfsaat.

Einsäen


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