Im Januar Dill

Geschichte

Allgemeines:

Der Dill "Anethum graveolens", auch Gurkenkraut oder Kümmerlingskraut genannt, gehört zur Familie der Doldengewächse (Umbelliferae oder auch Apiaceae). Ursprünglich kommt das Gewürzkraut aus dem östlichen Mittelmeerraum und Kleinasien, wo es auch wild vorkommt. Auch bei den alten Ägyptern war Dill schon bekannt, wie so viele der uns bekannten Gemüse und Gewürze.
Im Mittelalter schrieb man Dill Kräfte zu, die Hexerei und Zauberei fernhalten sollten. Durch seinen mild-süssen bis würzigen Geschmack wird Dill mit am häufigsten in der heutigen Küche eingesetzt. Aber auch eine gesundheitsfördernde Seite wird dem Kraut zugeschrieben. Es soll die Verdauung fördern, harntreibend wirken, krampflösend und schlaffördernd sein. Die gelben Blütendolden werden wegen ihren bizarren Form gerne in der Floristik verwendet.
Dill stellt keinerlei Bodenansprüche, wächst auf nahrhaften Böden allerdings wesentlich kräftiger und höher als auf mageren. Schädlinge können Blattläuse, Blattwanzen oder auch Schnecken sein. Dill mag es zwar feucht, nicht aber nass, und besonders keine Staunässe.

Anbau

Anbau:

Wie bereits gesagt, ist Dill sehr anspruchslos. Am wohlsten fühlt er sich bei Sonne oder auch im Halbschatten. Die Aussaat erfolgt ab Ende März bis Mitte April direkt ins Freiland und anschließenden Folgesaaten bis Mitte August. Man kann natürlich auch Dillsamen in kleinen Töpfen auf der Fensterbank vorziehen und dann auspflanzen, oder man hat ein Gewächshaus, wo man mit der Aussaat früher beginnen kann. Die Samen werden in humösen, lockeren und kalkhaltigen Boden 1 cm tief gesät und anschließend festgedrückt. Die Keimung erfolgt nach 7 - 14 Tagen.
Vorsicht, wenn in unmittelbarer Nähe Fenchel angebaut wird, da er zur selben Pflanzenfamilie gehört, kann es zu Verkreuzungen kommen, die ziemlich geschmacksneutral sind. Verwendung finden die Blattspitzen, Blätter, blühenden Dolden und die ausgereiften Samen, wobei die letzteren das meiste Aroma enthalten. Getrocknet verfliegt das Aroma besonders schnell, besser ist einfrieren oder in Öl oder Essig einlegen. Dill sollte auch nie mit den Speisen mitgekocht werden.
Vereinzeln sollte man die Pflänzchen nicht unbedingt, allerdings sollten die Beete unkrautfrei gehalten werden. Auch sind die Pflanzen frostgefährdet. Bei Dillsamen erlöscht die Keimfähigkeit schon nach 2-3 Jahren. Da eine Selbstunverträglichkeit besteht, sollte immer das Beet gewechselt werden. Nach 4 Jahren kann wieder auf dieselbe Stelle gepflanzt werden. Eine gesunde Mischkultur entsteht mit Karotten, Erbsen, Gurken, Salat, Kohl, Roten Beten und Zwiebeln.

Rezept

Verwendung:


Verwendet wird Dill zum Einlegen von Gurken, zur Verfeinerung von Fischgerichten und als Zutat zu Salatsaucen. Aber auch in der berühmten Frankfurter Grünen Sauce gehört Dill zu den Zutaten.
Das Kraut alleine hat bereits einen hohen Zierwert, so dass man es gut zu Dekorationszwecken für Speisen hernehmen kann.


Sorten:


Da Dill ein Gewürzkraut ist, welches weltweit angebaut wird, gibt es auch länderspezifische Unterschiede bei der Wuchsform, Blattgröße und Anzahl der Blätter, sowie bei der Zusammensetzung der Inhaltsstoffe. Bei einer indischen Dillsorte z.B. ist ein Inhaltsstoff (Dill-Apiol) vorhanden, der bei den europäischen Sorten fehlt.
Als Beispiel für die Herkunftsvielfalt lohnt sich ein Blick auf die Dillmuster der Genbank in Gatersleben, die alleine 126 sogenannte Accessionen umfaßt. Noch umfangreicher ist die Dill-Kollektion des "Vavilov- Instituts" in St. Petersburg mit mehr als 420 Herkünften aus ca. 33 Ländern.

Hier nun einige Sorten:

Sorte:
Eigenschaften:
Dukat Elefant spätblühend
Sari starkes Aroma
Tetra Dill sehr ertragreich
Vierling blaugrüne Blätter, langstielig, Standfestigkeit
Grüngelber Schnitt keine weiteren Infos
Blattreicher keine weiteren Infos
Bouquet niedrig, kompakt
farnblätteriger Dill ideal für Topfkulturen, niedriger Wuchs
Long Island Mammoth >Herkunft Ungarn
Aroma Herkunft Canada
Indian Dill Herkunft Canada
Fearnleaf Dill Herkunft Canada
Dukat Dill Starkes Aroma, hoher Ölgehalt, Herkunft USA
Herkules Ertragreich, hoch, viele Blätter, geht spät in Blüte
Neuzüchtung Deutschland


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