Im Januar Artischocke
Anbau

Allgemeines:

Die Artischocke (Cynara scolymus) gehört zur Familie der Korbblütler (Compositae) und ist verwandt mit den Disteln. Für die Ableitung des Namens gibt es gleich zwei Quellen, einmal der Arabische Name "ardi-schauki" = Erddorn bzw. von den Mauren die Bezeichnung "al-churchufa"= essbare Pflanze. Als Staude mit starken Wurzeln entwickelt sie Blüten, die so groß wie eine Männerfaust werden können. Jede der sogenannten Sammelblüten besteht aus 800-1400 Einzelblüten. Um Blüten anzusetzen, braucht die Pflanze mindestens 10 Stunden Tageslicht. Ursprünglich stammt die Artischocke aus dem Mittelmeerraum, wo sie bei dem milden Klima optimal gedeiht. Auch hierzulande ist der Anbau möglich, wenn man ihr Wärmebedürfnis beachtet.
Die Artischocke gehört zu den alten Kulturpflanzen, denn bereits die Ägypter 500 Jahre v.Chr. kannten sie als teure Gemüsespezialität und als Heilpflanze. Erst im 15. Jahrhundert gelangte sie über Frankreich nach England. Nach Deutschland kam sie wahrscheinlich erst im 17.Jahrhundert. Die gesundheitsfördernde Wirkung beruht auf einem Inhaltsstoff, dem Cynarin, der in erster Linie Leber und Galle entlastet. Außerdem soll es zum Absinken der Blutfettwerte beitragen.
Zum Essen eignen sich die fleischigen Teile der Hüllblätter und die bekannten Artisckocken-böden.
Die ganze Pflanze kann bis zu 2m hoch werden. Beerntet werden die Pflanzen übrigens erst im 2. Jahr.

Fertig fürs Beet

Anbau:

Hat man Samen gekauft, so muss man diese Februar - März in Töpfchen pflanzen. Die Samen sind 4 - 5 Jahre lagerfähig. Eine Vorquellphase von einem Tag in 20° warmem Wasser ist günstig. Nach 1-2 Wochen erscheinen die ersten Keimlinge. Bitte beachten Sie, dass die kleinen Pflänzchen nicht pikiert werden dürfen, die Wurzeln sind zu empfindlich und überleben diese Prozedur nicht unbeschadet.
Zum Heranziehen braucht man viel Licht und Luft, man kommt also ohne zusätzliches Licht nicht aus. Das Auspflanzen darf nicht vor den Eisheiligen erfolgen, da es sich um eine Pflanze aus dem Mittelmeerraum handelt. Eine einwöchige Abhärtung ist günstig. Wir brauchen einen geschützten, sonnigen Platz mit durchlässiger Erde.
Die Stelle sollte 1x1 m betragen. Will man die Artischocken ernten, so muss man den richtigen Zeitpunkt abpassen, die Knospen dürfen sich noch nicht geöffnet haben.
Hat man den Zeitpunkt verpasst, ist es auch nicht tragisch, man wird dann mit wunderschönen, violetten Blüten belohnt, die ihresgleichen suchen.
Mulchen Sie die Pflanzen mit Kompost oder ab August kann als Mischkultur auch Feldsalat unterpflanzt werden. Zur Überwinterung kann man die Blätter abschneiden und über die Pflanze einen Kübel stellen, den man dann noch zusätzlich mit Naturmaterialien abdeckt. Man kann die Pflanzen auch aus der Erde nehmen, was bei den mächtigen Wurzeln allerdings ein Problem ist.

Anbau

Sorten:

Artischocken gibt es in unterschiedlichen Farben und Formen:
hellgrüne, grüne und violette.
runde und länglich spitze.

Hier einige Sortennamen:

Violetta de Romagna
Violetta de Provence (hat kein Heu, und ist sehr zart)
Violetta de Perpignan

Große von Laon (grün)
Green Globe (Spezialzucht, sehr praxistauglich, schöne, runde Form, Marokko)
Große Grüne

Italienische Sorten:
Castel-lamare
Campagnono
Terom

Algerische Sorten:
Violett dÁlger
Blanc dÓran (weißliche Farbe, spitze Form)
Gros Macau (weißliche Farbe, spitze Form)

Französische Sorten:
Violetter Pariser
Grüne Französische

Kleine Sorten: (können meist im Ganzen gegessen werden)
Cantanese
Violetto di Toscana
Tudela (Spanien)
Spinoso sardo

Große Sorten:
Castel (Bretonische Sorte, sehr fleischige Böden, bis zu 600g/Frucht)
Camus (grün, 500g/Frucht, Böden zart und fleischig)


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